Die Suche verändert sich gerade spürbar. Google zeigt über den gewohnten Treffern immer häufiger eine KI-Zusammenfassung, und viele Menschen fragen direkt bei ChatGPT oder Perplexity nach. Für Unternehmen stellt sich damit die Frage: Wie wird meine Website in der KI-Suche gefunden?
Anfang Oktober hat Google auf seiner Search-Konferenz in Barcelona drei Tage lang erklärt, wie die Suche heute arbeitet. Die wichtigste Botschaft: Es braucht kein neues „KI-SEO“. Das steht auch in Googles Leitfaden zur Optimierung für KI-Funktionen.
Was sich in der KI-Suche ändert
Früher bestand eine Suchanfrage aus zwei oder drei Begriffen. Heute stellen Menschen ausführliche Fragen, vergleichen Angebote und lassen sich Themen erklären.
Googles Leitfaden zur Optimierung für KI-Funktionen: developers.google.com/search/docs/fundamentals/ai-optimization-guide
Die KI-Suche beantwortet solche Fragen direkt. Dafür greift sie auf Websites zurück, deren Inhalte die Frage klar und zuverlässig beantworten, und nennt diese als Quelle. Eine Website, die nur Schlagworte aufzählt, liefert der KI dafür kein Material.
Was gleich bleibt
Eine technisch saubere, klar aufgebaute Website mit hilfreichen Inhalten ist weiterhin die Basis. Wer bisher solide gearbeitet hat, muss nicht von vorn anfangen. Überholt ist nur der Gedanke, eine Seite auf ein einzelnes Keyword auszurichten. Entscheidend ist, ob die Seite ein Thema verständlich und vollständig behandelt.
Passt der Kinderwagen in den Aufzug?
Stell dir vor, du planst mit Baby eine Reise nach Barcelona. Du suchst kein „Hotel Barcelona familienfreundlich“. Du willst wissen: Passt der Kinderwagen in den Aufzug? Passe ich noch mit hinein? Und wie breit ist die Tür wirklich?
Tausend Hotelseiten schreiben „familienfreundlich“. Die Antwort hat nur, wer schon einmal mit Kinderwagen vor diesem Aufzug stand.
Genau dieses Beispiel von Googles Search-Konferenz zeigt in einem Bild, worum es bei der Suche heute geht.
Die gute Nachricht: Du brauchst das, was du ohnehin hast, nämlich deine Erfahrung. Sie muss nur auf deiner Website stehen.
KI-Funktionen und deine Website: developers.google.com/search/docs/appearance/ai-features
Der Unterschied in einem Satz
Wie das in der Praxis aussieht, zeigt ein Vergleich aus dem Coaching.
Allgemein: „Stressmanagement für Führungskräfte.“
Aus Erfahrung: „In meiner Beratung mit Führungskräften sehe ich besonders häufig diese drei Situationen: die permanente Erreichbarkeit und die Unfähigkeit, mental abzuschalten; den Druck, im Dauer-Krisenmodus fehlerfreie Entscheidungen treffen zu müssen; und das Ignorieren eigener körperlicher Warnsignale, bis hin zur totalen Erschöpfung.“
Den ersten Satz kann jeder schreiben. Beim zweiten nickt die Leserin und denkt: Das bin ja ich. Und Google erkennt, dass hier jemand aus der Praxis schreibt.
Vier Kriterien für Inhalte, die gefunden werden
Google bewertet die Qualität von Inhalten anhand von vier Kriterien. Sie sind eine gute Prüfliste für jede Seite.
Aufwand (Effort)
Ist erkennbar, dass in dem Inhalt Arbeit steckt? Eine ausführliche Erklärung mit eigenen Bildern zählt mehr als drei allgemeine Zeilen.
Beispiel: Ein Malerbetrieb schreibt nicht nur „Wir sanieren Feuchtigkeitsschäden“, sondern zeigt ein Projekt Schritt für Schritt: Ursache finden, Putz abtragen, trocknen, neu aufbauen, mit eigenen Fotos von vorher und nachher.
Eigenständigkeit (Originality)
Bietet die Seite etwas, das es nicht schon überall gibt? Eigene Erfahrungen, Fälle und Einschätzungen sind hier der Maßstab.
Beispiel: Eine Physiotherapeutin erklärt Rückenschmerzen nicht mit dem Text aus dem Lehrbuch, sondern beschreibt, welche Übung ihren Patienten im Büroalltag am häufigsten hilft und warum.
Können (Talent or Skill)
Zeigt der Inhalt Fachkenntnis? Dazu gehört, das eigene Vorgehen zu erklären und zu begründen.
Beispiel: Ein Steuerberater schreibt nicht nur „Wir beraten Existenzgründer“, sondern erklärt, in welcher Reihenfolge er mit Gründern die ersten Entscheidungen durchgeht und welche Fehler er dabei am häufigsten korrigiert.
Genauigkeit (Accuracy)
Stimmen die Angaben und sind sie aktuell? Das betrifft Leistungen, Preise und Kontaktdaten ebenso wie fachliche Aussagen.
Beispiel: Ein Hotel nennt statt „barrierefrei“ die Maße: Aufzugtür 90 cm breit, Kabine 1,10 × 1,40 m. Damit ist die Frage nach dem Kinderwagen beantwortet.
Richtlinien für Qualitätsprüfer (PDF, englisch): https://static.googleusercontent.com/media/guidelines.raterhub.com/en//searchqualityevaluatorguidelines.pdf
Was deine Website beantworten sollte
Damit Google und andere KI-Suchmaschinen dein Angebot einordnen können, braucht deine Website klare Antworten auf fünf Fragen:
- Wer bist du?
- Was bietest du an?
- Für wen ist dein Angebot gedacht?
- Welche Fragen beantwortest du kompetent?
- Warum kann man dir vertrauen?
Konkret heißt das: eine eigene Seite pro Leistung, verständliche Überschriften, Antworten auf häufige Kundenfragen, eine aussagekräftige Über-mich-Seite sowie Referenzen und Bewertungen.
Womit du anfangen kannst
Notiere die fünf Fragen, die dir Kunden am häufigsten stellen, und beantworte jede in wenigen Sätzen auf deiner Website. Das ist der schnellste Schritt mit der größten Wirkung. Danach lohnt sich der Blick auf Struktur, interne Verlinkung und Technik.
Und wenn du wissen willst, wo deine Website steht
Dann schaue ich sie mir an. Im Website-Sichtbarkeitscheck prüfe ich Struktur, Leistungen, Kundenfragen, SEO-Grundlagen und Vertrauenssignale. Du bekommst eine schriftliche Einschätzung mit den fünf wichtigsten Schritten, und wir besprechen sie gemeinsam.
Danach entscheidest du: selbst umsetzen, mit mir an deiner Seite oder ganz in meinen Händen.
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